Schreck, Schock, Katastrophe – ein Trauma

Schreck, Schock, Katastrophe – ein Trauma

Ein Trauma ist ein Ereignis, das einen buchstäblich aus der Bahn wirft, den Boden unter den Füßen weg zieht, nach dem das Leben sich anders anfühlt und nichts mehr ganz so ist, wie es vorher war.

Wenn wir etwas Schlimmes erlebt haben (und dabei kann es sich auch um von außen betrachtet scheinbare „Bagatellen“ handeln), dann wird unser ganzer Organismus vom Gehirnstamm – dem tiefsten, nicht willentlich beeinflussbaren Zentrum unseres Wesens – auf „Flucht“ oder „Kampf“ gepolt, er wird ganz „hochgefahren“, ist in absoluter Alarmbereitschaft und größtmöglicher Anspannung, um sofort losschlagen oder wegrennen zu können. Wenn das aber nicht möglich ist, weil wir entweder noch zu klein waren oder weil wir festgehalten wurden oder aufgrund eines Unfalls bewegungsunfähig waren oder…, dann „frieren“ wir ein und kommen innerlich in eine Art „Totstellreflex“. Das bedeutet: Der Körper ist immer noch in Anspannung, will eigentlich kämpfen oder weglaufen, aber die Psyche schaltet die Gefühle aus, macht sich reglos – um nicht die entsetzliche Angst zu spüren und um den „Angreifern“ zu signalisiern: ich bin schon tot. Die Folge ist, dass Menschen, die so etwas erlebt haben, in diesem Modus bleiben – über Jahre hinweg. Das Erlebte ist sogar manchmal scheinbar vergessen. Sie leben ihr Leben weiter, aber sind in einer bestimmten Ebene nicht ganz lebendig, haben oft das Gefühl, „nicht ganz da“ zu sein oder vom Körper „abgespalten“ zu sein. Warum? Weil dadurch, dass wir in der Gefahrensituation weder weglaufen noch kämpfen konnten, unser Gehirnstamm noch nicht „fertig“ ist mit dem Erlebten. Fertig wäre es dann, wenn die Anspannung, die zum Kämpfen oder Fliehen aufgebaut wurde, auch eben dazu genutzt würde. Da dies aber nicht der Fall war, ist in unserem Gehirn nach so einem Schrecken, der im Totstellreflex geendet ist, immer noch gespeichert, dass immer noch Gefahr droht und er weiter diese Anspannung halten muss.

Da unser Gehirnstamm aber nicht durch unseren Willen beeinflussbar ist, nutzt auch die Vernunft hier nichts. Es hilft nicht, sich einzureden, dass ja alles gut ausgegangen ist oder dass jetzt alles wieder gut ist und man in Sicherheit ist etc. Das kommt im Stammhirn nicht an. Weil im Schreck des Ereignisses der Körper reagieren wollte, aber nicht konnte, muss man nun auch wieder den Körper in die Traumabewältigung mit einbeziehen, damit das Signal „die Gefahr ist vorüber“ auch im Gehirnstamm ankommt.
Und genau an dieser Stelle setzt unsere Traumaarbeit an.
Wir können Ihnen mit unterschiedlichen ganzheitlichen Methoden helfen, diese aus dem Trauma stammende Anspannung zu lösen und Ihrem Gehirn damit zu erlauben, wieder locker zu lassen und im „Normalmodus“ zu laufen.

Woher weiß ich, ob ich ein Trauma habe?
Grundsätzlich gilt, dass dann ein Trauma vorliegt, wenn man nach einem Ereignis beispielsweise
– nicht mehr richtig „den Fuß auf den Boden bekommt“
– Ängste hat
– chronische Schmerzen („nichts hilft wirklich“)
– Wutausbrüche
– Schlafstörungen
-…

Je früher wir ein Trauma erlitten haben (z.B. schwere Geburt, Vernachlässigung, Verlassenheit, Gewalt, Missbrauch u.ä.), umso gravierender wirkt sich das auf unser Leben aus und desto subtiler sind die Symptome, die uns (oft unbewusst, weil wir es ja nicht anders kennen) belasten. Hier ein paar Beispiele:
– ständige subtile und scheinbar grundlose Angstgefühle
– Unsicherheit im Umgang mit anderen Menschen
– Bindungsangst
– Übersteigerte Wachsamkeit
– Verlustängste
– Süchte
– Unkontrollierbare Wut
– …

Wenn Sie solche Symptome von sich kennen oder auch spüren, dass ein konkretes Ereignis Sie noch fest im Griff hat, dann nehmen Sie gerne einfach Kontakt mit uns auf!